Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri August 2018

STRAFZÖLLE AUF WOLKEN IM DÖRRTI AUGUST

Das größte Ereignis dieses Monats haben viele leider verschlafen. Denn irgendwann, so behaupten Gerüchte, hat es nachts mal geregnet. Ältere wissen vielleicht noch: Das ist wie ganz großes Gießen ohne Kanne. Ansonsten aber verdiente der August sich mit seinen ausgedörrten Feldern den heißen Beinamen „Dörrti August“. Und solche Beinamen liegen im Trend. Wenn Sie weiterlesen, werden Sie wissen, warum.

Der gefühlte Weltherrscher Donald Trump nämlich hat mit seiner Geliebten Stormy Daniels in dieser Hinsicht sprachliche Maßstäbe gesetzt. Allerdings vertraute er bei dieser Affäre einer moralisch oft sehr fragwürdigen Berufsgruppe, die für Geld wirklich alles macht: den Anwälten. Sein früherer Jurist Michael Cohen plauderte nämlich jetzt aus, dass Trump Schweigegeld an die Pornodarstellerin und eine andere Geliebte zahlte. Das ist natürlich ein böser Vertrauensbruch. Denn Plaudern übers Schweigegeld ist ja wie Herumhuren für die Treue. Zugutegehalten werden muss Trump allerdings zweierlei: Das Schweigegeld für Geliebte übersteigt bislang noch nicht den Verteidigungsetat. Und er hat seinen windigen Ex-Anwalt noch nicht unbenannt in „Windy Michael“.

Welchen Beinamen aber verdient Trump selbst? Angesichts seines Verhaltens gegenüber China, Russland und der Türkei spricht vieles für „Zolli Trump“. Denn Zölle sind Trumps Allheilmittel im Kampf gegen Länder, auf die er gerade nicht so gut zu sprechen ist. So hat er bewirkt, dass in der Türkei der Lirakurs herunterpurzelte und Präsident Erdogan forderte: „Wenn Ihr Dollar, Euro oder Gold unter dem Kopfkissen habt, tauscht es in türkische Lira.“ Ein Rat, den erfahrene Orthopäden nur unterstützen können. Denn gerade Gold unter dem Kopfkissen ist ergonomisch sehr schlecht für den Nacken. Und wenn sich das Gold noch im Zahn des Ehegatten befindet, sollte das Kopfkissen erst recht nicht obendrauf liegen.

Erfahrene Verschwörungstheoretiker ahnen schon, dass Trump auch Strafzölle auf Wolken erhoben hat und es in Deutschland deshalb so selten regnet. Aber Deutsche können sich ihre Probleme auch durchaus selbst machen. So etwa Ex-Drogenstar Jan Ullrich, der zwischenzeitlich mal Radprofi war. Er wurde nach einem Angriff auf eine Escort-Dame in Frankfurt festgenommen. Dabei wollte „Dopi Ullrich“ eigentlich eine Therapie machen, um künftig nicht mehr bei Til Schweiger einzubrechen. Aber offenbar hatte er sich nicht gut informiert. Denn die Escort-Therapie wird als alternatives Heilmittel von Krankenkassen bislang nicht erstattet.

Aber wie teuer Therapien sind, weiß niemand besser als das verschuldete Griechenland, möglicherweise bald bekannt als „Klammy Hellas“. Es wurde jetzt offiziell für gerettet erklärt. Und diejenigen, die immer noch von Problemen reden, könnte vielleicht ein EU-Schweigegeld ruhigstellen. Das gilt dann ja nicht als Tranche aus einem Rettungspaket.

Noch besorgniserregender aber scheint die Lage in Russland. Keimt dort doch der böse Verdacht auf: Der starke Mann an der Spitze lässt nach. So zeigte sich Präsident Putin in seiner etwa 1000. Amtszeit zwar wieder ganz spontan beim Abenteuerurlaub in Sibirien. Aber nicht mehr oben ohne, sondern in khakifarbener Outdoor-Kleidung! Er flog weder mit den Gänsen noch ritt er halbnackt oder angelte bereitgestellte Riesenfische! Was ist da los? Ist „Sexy Putin“ etwa nur noch „Khaki Putin“? Manche fürchten  sogar, er könne gar nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen, sondern nur noch auf der der einknickenden österreichischenAußenministerin „Knicksi Kneissl“.

Wenn aber die USA und Russland schwächeln, stellt sich die Frage nach der neuen Weltmacht. Wohl niemand tippt da noch auf Großbritannien, seitdem die britische Premierministerin „Brexi-Hexi May“ in Südafrika ein peinliches Tänzchen hinlegte und das Empire noch posthum blamierte. Aber dafür setzen viele auf China. Plant doch das Land, die Rückseite des Mondes zu erkunden. Ein unterschätztes Terrain, das für Populisten und Staatschefs mit Demokratie-Allergie sehr interessant ist. Denn ihre liebsten Wähler leben immer hinter dem Mond.

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