Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri Dezember 2017

Der satirische Monatsrückblick „Pias Potpourri“ ist vielseitig. Von Juli 2007 bis März 2014 war er ein Audio-Podcast, im Mai und Juni 2014 machte er einen Ausflug in die Video-Welt. Seit Juli 2014 ist er an jedem Monatsende eine Rubrik in der Print-Ausgabe der „Frankfurter Neuen Presse“. Getreu dem Motto: Print wirkt – hoffentlich auch auf die Lachmuskeln.

Pias Potpourri Dezember 2017

NEUE STERNZEICHEN BRAUCHT DAS LAND

Sie haben mit diesem Jahr schon abgeschlossen? Macht nichts. Denn in diesem magischen Zeitraumzwischen den Jahren können wir sowohl vor- als auch zurückblicken. Für die Sternzeichen, die sich in diesem Monat neu formiert haben, schreiben wir nämlich jetzt das Jahreshoroskop 2018:

Alle-Jahre-Widder, Aszendent Weihnachten: Sie erwartet ein Jahr mit immer denselben Aufgaben und Wiederholungen in der Endlosschleife. Aber niemand will etwas anderes von Ihnen. Gähnen Sie daher jeden Impuls weg, etwas Neues zu wagen! Setzen Sie auf dasselbe Outfit, dieselbe Tonlage, dieselbe Mimik. Dann sind Sie gegen Ende des Jahres so beruhigt, dass Sie selbst nicht mehr wissen, ob Sie der Weihnachtsmann sind. Oder Angela Merkel.

Stierkämpfer, Aszendent Madrid: Ihre offen gezeigte Dominanz könnte Ihnen 2018 weitere familiäre Probleme bringen. Geben Sie sich daher lieber modern. Lernen Sie aber insgeheim von den großen Strategen außerhalb des EU-Sonnensystems. Lassen Sie den abtrünnigen Sohn Puigdemont erst nach Hause kommen – und es dann wie einen Unfall aussehen.

Grokrebs, Aszendent Schulz: Sie gehen lieber zur Seite als vorwärts, ziehen sich schnell zurück. Das führt Anfang 2018 zu einer Beziehungskrise. Eigentlich wollten Sie die Partnerschaft ja gar nicht mehr, weil Sie immer nur unter dem Pantoffel stehen. Aber nun müssen Sie wohl doch ran. Ziehen Sie sich also nicht in Ihren Sondierungs-Hobbykeller zurück, sondern lassen Sie sich noch einmal vor den Traualtar schleifen. Am Ende kreisen ohnehin alle um den Mutti-Planeten.

Bayernlöwe, Aszendent Seehofer:Sie haben losgelassen, bravo! Aber Achtung! 2018 wird sich eine neue Parteifreundschaft nicht als belastbar entpuppen. Setzen Sie eine Obergrenze fest – für das, was Sie vom künftigen Ministerpräsidenten Markus Söder hinnehmen möchten. Und danach poltern Sie einfach wieder los.

Jungspund, Aszendent Lindner: Sie fühlen sich im Moment nicht mehr so begehrt wie noch vor einigen Monaten in der seltenen Sternenkonstellation „Sun of Jamaica“. Dabei wollten Sie kleines Trotzköpfchen ja eigentlich doch mitregieren, nur mit anderem Personal – also vielleicht lieber mit Butler statt mit Bundeskanzlerin. Aber geben Sie nicht auf! Ziehen Sie noch mal die weiße Reizwäsche an, und setzen Sie auf die Demenz der Wähler. Dann könnte es 2018 wieder aufwärts gehen. Entweder mit Ihnen oder mit Deutschland.

Waagon, Aszendent Bahn: Im neuen Jahr werden Sie selbstbewusster. Sie lassen sich vom Fahrplanwechsel und gutem Wetter nicht mehr vorschreiben, wann Ihre Züge ankommen sollen. Wenn der Mondknoten auf den Eisenbahnknoten wirkt, kann eben alles passieren. Und Ihre Fahrgäste müssen endlich akzeptieren, dass schon die Absicht reicht, schneller nach München zu fahren. „Es ist nichts gut als allein ein guter Wille“, sagte einst Immanuel Kant. Er hätte Bahnchef werden sollen. Leider brachte er es nur zum Philosophen.

Geilerbock, Aszendent Weinstein: Venus befindet sich weiterhin in Opposition. Frauen, die Ihnen einen Korb gaben, berichten nun über Karrierenachteile. Dabei waren Sie nur konsequent, denn ohne drohende Sanktionen hätte sich ja keine mit Ihnen eingelassen. Ziehen Sie aber nicht vorschnell die Hose hoch! Suchen Sie sich einen neuen Job, vielleicht im Nobelpreiskomitee oder in der katholischen Kirche Australiens. Und wenn Ihnen da die Qualifikation fehlt: Versuchen Sie es mit Hochschlafen! Irgendjemand muss an dieses Prinzip ja noch glauben.

Wasfürnmann, Aszendent Trump: Sie werden es allen zeigen – der Uno-Vollversammlung, dem Nahen Osten, Nordkorea, der faktenhörigen Presse. Verlegen Sie einfach Jerusalem auf den Mars und machen Sie es dort zur Hauptstadt. Geben Sie aber umgekehrt den Marsmenschen kein Einreisevisum! Die haben alle Aids und treiben in der Marsmissionarsstellung unaussprechliche Dinge. Sonst würde der Planet ja nicht vor Scham erröten. Aber nur Mut! Gleich zu Jahresbeginn schrecken Ihre Raketen die perversen Aliens ab. Auch wenn die globalen Weicheier meinen, das sei nur Silvesterfeuerwerk.