Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri Dezember 2019

Wie Putin das Klima schützt

Sie möchten den Dezember 2019 würdigen, das Jahr oder Jahrzehnt? Nein, diesmal müssen Sie größer denken. Denn Wladimir Putin feiert seine ersten 20 Jahre an der Macht, ist also quasi Jahrtausendstaatsmann. Höchste Zeit also für ein Putin spezial, das auch die anderen Dezember-Ereignisse in ein ganz neues Licht rückt.

So hat sich der Kreml-Chef gerade als breitschultriger Eishockey-Spieler präsentiert. Dagegen wirkt Briten-Premier Boris Johnson, der in einem Wahlspot auf den Film „Tatsächlich Liebe“ anspielte, wie ein schlechter Komiker. Und Johnson wurde wiedergewählt, weil sein Land austreten will. Putin dagegen lässt andere in sein Land eintreten. Manche missverstehen das als „Annexion“.

Auch Angela Merkel, erst süße 14 Jahre im Amt, kann mit ihm nicht mithalten. Ließ sie doch in ihrer Kanzlerschaft höchstens mal einen Papageien in ihre Nähe. Putin dagegen flog Kraniche eigenhändig ins Winterquartier. Ach, würde man ihm freie Bahn lassen, er hätte die in Kalifornien gestrandeten Penisfische allein durch seine männliche Ausstrahlung zurück ins Meer getrieben. Und er hätte längst durch das Abschöpfen per Eimer selbst den Meeresspiegel gesenkt – die Klimakonferenz von Madrid wäre überflüssig gewesen.

Natürlich hatte der Gipfel auch so seinen Sinn, wissen doch viele jetzt erst, dass man mit einer Erster-Klasse-Reservierung bei der Bahn auf dem Boden landen kann. Manche beklagten das als Inszenierung von Greta Thunberg. Aber erfahrene Bahnreisende kennen dieses Phänomen als Reservierungsparaxon: Immer wenn man reserviert hat, gibt es den betreffenden Platz gar nicht. Aber bei Putin wäre das nicht passiert. Denn Aktivisten wie Ruslan Schwaddinow landen in Russland gleich in der Arktis, und zwar ohne Rückfahrticket – das ist besser fürs Klima. Und Putin denkt auch an uns, schickt er Deutschland doch sibirische Kälte gegen die Erderwärmung.

Auch Streiken wie Gott in Frankreich wäre in Russland undenkbar. Die Franzosen protestieren schon so lange gegen die Rentenreform, dass man oft nicht mehr erkennt: Streikt der noch, oder ist der schon verrentet? Aber vermutlich tragen die Protestler nur gelbe Westen, weil sie es sich nicht leisten können, ihren nackten Oberkörper zu zeigen – im Gegensatz zu Putin.

Und falls jetzt jemand jammert, er hätte statt eines starken Mannes lieber Demokratie, muss man leider sagen: Die ist nicht klimafreundlich. Denn jetzt wo die Bonpflicht kommt, brauchen wir einen Din-A4-Ausgleich. Da sind Wahlzettel einfach zu viel Papierverschwendung.

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