Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri Februar 2018

HUNDE, WOLLT IHR EWIG WÄHLEN?

Viele Hunde wurden schon früher unruhig, wenn der Zeitungszusteller sich dem Haus näherte. Aber seit diesem Februar ist endlich klar: Sie wollen beim In-die-Wade-Beißen tatsächlich nur spielen, intellektuell aber die Nachrichten verfolgen und mitregieren. Am liebsten bei den alten Knochen von der SPD.

Zwar hat die designierte Narrenvereinsvorsitzende Andrea Nahles klargestellt, dass es sich beim Parteieintritt eines Hundes nur um ein Täuschungsmanöver der „Bild“-Zeitung mit einer weiblichen Scheinidentität handelte. Wohlgemerkt: Die weibliche Scheinidentität hatte der Hund, nicht Andrea Nahles. Aber dennoch sollte der Gedanke, Tiere über die Regierung bestimmen zu lassen, nicht vorschnell verworfen werden.

Schließlich lässt die Groko-Abstimmung der SPD noch immer auf sich warten, und Merkels gerade vorgestellte Ministerriege lockt keine Katze hinter dem Ofen hervor. Viele Vierbeiner dagegen haben eine ganz klare Meinung zu Politikern. So sind etwa Eisbären entschiedene Gegner von Noch-Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Haben die Älteren doch noch eine eisklare Erinnerung an das Foto, wo dieser mit ihrem größten Promi Knut posierte – und der Kleine sich vor der groben Politiker-Pranke ängstlich wegduckte. Dass Gabriel nun nicht um sein Amt kämpfen will, wird in vielen Gehegen bereits euphorisch gefeiert. Gerüchteweise auch von dem jetzt in seinem Gehege isolierten Brillenbären Martin Schulz.

Auch Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge   kämen wesentlich schneller voran, wenn endlich Affen zur Wahl gehen dürften. Schließlich hatten sie bei VW schon die Gelegenheit, das umwerfende Parfum „Wolfsburg No.5“ zu schnuppern. Und das ist zu atemberaubend, als dass es an die breite Masse verschwendet werden sollte.

Aber wo Wolfsburg ist, sind die Wölfe nicht weit. Und die wiederum sind gerüchteweise große Trump-Anhänger. Wenn der nämlich alle Lehrer bewaffnen will, lenkt das das Augenmerk endlich mal weg von ihnen – und hin auf eine wirklich gefährliche Spezies: den Schüler! Auch in Deutschland tut das dringend Not. Denn Schüler sind gar nicht, wie manche Gutmenschen meinen, vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil! Sie treten in Rudeln auf, legen in von ihnen gekaperten Bussen oft weite Strecken zurück und fallen in Wohngebieten über Mittagessen her. Manchmal fletschen sie gerüchteweise sogar die Zähne – sonst würden ihnen ja keine ausfallen. Einige Lehrer taten bisher zwar ihr Bestes, um die Schüler durch langweiligen Unterricht ruhigzustellen. Aber das reicht offenbar nicht mehr,  ebenso wenig wie die noch unausgereiften Selbstschussanlagen im Smartphone. Denn damit machen Schüler nur Selfies und lachen sich ins Fäustchen.

Die bewaffneten Lehrer hätten aber nicht nur die Möglichkeit, schlimme Auswüchse des Schulsystems wie Bildung zu verhindern. In den Sommerferien könnten sie ihre Gewehre zudem an die Bundeswehr ausleihen. Schließlich kann die jede Hilfe gebrauchen. Mitleidige Lamas würden dafür stimmen, endlich mal für die Truppe Geld in den Innenstädten zu sammeln. Denn die Zirkusse, für die sie sonst immer um Spenden werben, sind ja vergleichsweise gut ausgerüstet. Die haben sogar Zelte.

Doch auch wenn Tiere die besseren Wähler wären, bleibt die Frage, ob sie das wirklich wollen. Müssen sie doch fürchten, dass sie nach dem Motto „Hunde, wollt ihr ewig wählen?“ dann immer für das Schicksal der Zweibeiner verantwortlich wären. Und dafür sind die Menschen wirklich zu schlecht erzogen.

Deswegen forderten königliche Corgis schon lange vor dem Brexit, EU-Politiker erst nach sechsmonatiger Quarantäne ins Land zu lassen. Und sensible kosmopolitische Katzen schütteln bereits Kopf und Fell über den zweideutigen Begriff „Beast of the East“ („Biest aus dem Osten“). Denn so bezeichnen britische Medien die Kältewelle, die aus Sibirien kommt. Aber in Deutschland liefert das den ewigen Nörglern bloß wieder ein neues Schimpfwort für Angela Merkel.

 

 

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