Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri Juli 2019

Frauenpower mit AUA

Wo ist das Sommerloch geblieben? Diese süße Zeit der Ereignislosigkeit, wo einen noch ausgesetzte Reptilien im Badesee erschreckten und nicht die weniger niedlichen Elektroroller auf der Straße. Wo es nur um saure Gurken ging und nicht gleich um eine saure Gurkentruppe – aber wir wollen den Entwicklungen in der Bundesregierung nicht vorgreifen.

Denn zunächst einmal müssen wir bejubeln, dass in diesem Monat die Gleichberechtigung realisiert wurde. Ja, tatsächlich! Manche hatten zwar gemutmaßt, dass sie noch vor der Eröffnung des Berliner Flughafens kommt, aber so schnell war es doch überraschend. Die Anzeichen sind jedenfalls eindeutig: Petrus wurde in seiner Zuständigkeit fürs Wetter von einer Frau in den Wechseljahren ersetzt – das zeigt die extreme Hitzewelle. Und statt des üblichen Männer-Dreigespanns, das bei den Römern „Triumvirat“ und bei der fast so antiken SPD einst „Troika“ hieß, gibt es nun ein „Triumfeminat“: das Dreigestirn der Politikerinnen Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Annegret Kramp-Karrenbauer – mögliche Abkürzung anhand der putzigen Vornamen: AUA. Das reimt sich mit etwas gutem Willen auf Frauenpower. Und es ist unwichtig, wer da Kanzlerin, EU-Kommissionspräsidentin oder Verteidigungsministerin ist, war oder wird. Hauptsache, die Eignung spielt keine Rolle. Denn auf solche Nebensächlichkeiten achten erfolgreiche Männer schon lange nicht mehr.

Vorbei auch die Zeit, in der schlimme Frisuren nur bei Politikerinnen verspottet wurden. Sorgen doch heute US-Präsident Donald Trump und der frischgewählte britische Premier Boris Johnson für eine Dauerwelle der Empörung. Interessantes Frisurphänomen: Manchen stehen, wenn sie einen der beiden Frisurfrevler reden hören, schon die eigenen Haare zu Berge. Und ein europäisches Konzept für die Haarnotrettung, etwa durch den unerschrockenen Starfriseur Udo Walz, fehlt immer noch.

Aber vielleicht ist Johnson nur ein verkannter Trendsetter. Wenn er davon spricht, dass der Brexit einfacher als die Mondlandung vor 50 Jahren ist, meint er bestimmt gar nicht den Ausstieg der Briten aus der EU. Sondern eine neue Frisur namens „Brexit“. Diese ist Gerüchten zufolge das Gegenteil vom akkurat geschnittenen „Bob“ und lässt sich bis zum 31. Oktober noch umsetzen: Einfach Pony vor die Augen hängen lassen und niemals beiseiteschieben. Dann sieht man nicht mehr, was man anrichtet.

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