Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri März 2016

Der satirische Monatsrückblick „Pias Potpourri“ ist vielseitig. Von Juli 2007 bis März 2014 war er ein Audio-Podcast, im Mai und Juni 2014 machte er einen Ausflug in die Video-Welt. Seit Juli 2014 ist er an jedem Monatsende eine Rubrik in der Print-Ausgabe der „Frankfurter Neuen Presse“. Getreu dem Motto: Print wirkt – hoffentlich auch auf die Lachmuskeln.

Pias Potpourri März 2016

ERIKA STEINBACH IST DER TIL SCHWEIGER DER CDU

Warum jetzt schon ein Monatsrückblick? Ganz einfach, heute ist Super-Samstag! Der große Tag der Entscheidung zwischen Ausschlafen, Einkaufen, Fußballgucken, Spazierengehen und Füße hochlegen! Na gut, das klingt zunächst nicht superwichtig. Aber Super-Wochentage liegen in diesem Monat einfach total im Trend.

Auf jeden Fall könnte das Ergebnis heute positiver ausfallen als bei den drei Landtagswahlen am Super-Sonntag und beim Super-Dienstag mit vielen US-Vorwahlen. Denn da schnitten Kandidaten gut ab, die bei Demokratie-Groupies eine Stimmung verbreiten wie ein Super-Aschermittwoch. Der normale Aschermittwoch hat ja seinen Schrecken verloren, seitdem Rosenmontagszüge am Rosensonntag im März nachgeholt werden.

Manche können Donald Trump und die AfD schon jetzt nicht mehr sehen. Und sie wollen auch keine weiteren Tweets von Erika Steinbach  lesen, die wegen ihrer Häufigkeit umstrittener Twitter-Äußerungen schon so etwas wie der Til Schweiger der CDU ist. Aber es gibt eine neue Möglichkeit, Politikern zu entrinnen: den Mars. Das Projekt Exo-Mars ist gestartet und sucht nach Lebensmöglichkeiten auf dem Roten Planeten, also quasi nach Ausweichquartieren, Ferienwohnungen oder Flüchtlingsunterkünften für Erdenbürger – je nach Weltlage.

Dort fällt in zunehmender Schwerelosigkeit vermutlich gar nicht mehr auf, dass die 64-seitige Doktorarbeit von Ursula von der Leyen nicht viel Gewicht hat. Immerhin konnte sie in dieser Kürze aber noch 32 Plagiate unterbringen. Respekt! Kein Wunder, dass Gutachter diese Arbeit für „wissenschaftlich relevant“ halten und von der Leyen ihren Doktortitel behält.

Der Mars könnte auch ein schönes Ziel für Abi-Fahrten werden, dann müssten nicht mehr ständig angehende Abiturienten in Köln randalieren. Die arme Domstadt kommt ja zwischen Silvesternacht, Karneval und Abitur-Feiern sonst gar nicht mehr zum Wiederaufbau.

Weiterer Pluspunkt fürs Weltall: Dort fliegt schon so viel Müll herum, dass er nicht mehr rausgebracht werden muss – ein stabilisierender Faktor für manche Ehe. Wurde doch in Aachen ein Mann nach einem Mordprozess verurteilt, weil er seine Ehefrau nach einem Streit um den Abfall erwürgte, in einen Koffer quetschte und diesen versenkte. Laut Gutachter war er aggressionsgehemmt. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn der Ehemann auch noch aggressiv gewesen wäre.

Denn leider ist nicht jede Ehe so glücklich wie die von Jerry Hall und Rupert Murdoch, die gerade geschlossen wurde. Bei ihm war es die fünfte Trauung, oder wie es künftig vermutlich heißt: der Super-Hochzeitstag. Und beide bringen füreinander Opfer: Sie verzichtet neben ihm auf hohe Absätze – und er mit 85 Jahren darauf, sich noch einmal die Hörgeräte abzustoßen. Oder wie immer das im fünften Frühling heißt.

Von solchen Frühlingsgefühlen kann VW nur träumen, hagelt es doch dort ständig neue Vorwürfe. Manager sollen, welche Überraschung, den Skandal lange verheimlicht haben. Höchste Zeit, dass der Autokonzern dieser Kritik mal offensiv begegnet und endlich zwei positive Aspekte herausstellt. Erstens: Es gab noch keine Klagen vom Mars. Und zweitens: Ein VW, der falsche Abgaswerte anzeigt, ist kein Mängelexemplar. Sondern nur ein Super-Montagsauto.