Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri Oktober 2019

Kleine Geister im Brexit-Nebel

Heute Abend ist Halloween, und Sie möchten sich pünktlich gruseln? Nichts leichter als das. Denn dieser Oktober war Gänsehaut pur.

So berichten Menschen von nebulösen Sichtungen Großbritanniens  in der EU, die eigentlich nicht mehr real sein können. Aber es handelt sich nicht etwa um EU-Zombies, die auf ewig in Brüssel herumspuken müssen. Sondern nur um eine Nahbrexiterfahrung, von der Menschen berichten, die an der Schwelle in eine andere Welt standen, aber dann doch nicht gingen. Manche berichten von einem breit grinsenden Hohlkopf in Downing Street, der gar kein Kürbis war. Und andere Briten sahen im Brexit-Nebel schon ein Licht am Ende des Kanaltunnels – aber das war wohl eine Täuschung.

Schauriges tut sich auch bei uns. Möchtegernkanzler Friedrich Merz hat offenbar das zweite Gesicht und einen „Nebelteppich“ über dem Land ausgemacht. Vielleicht liegt es an diesem Phänomen, dass kleine Geister in Deutschland oft unheimlich groß wirken.

Bei der gruselig unbedeutenden SPD sind noch vier Kandidaten für die Parteiführung im Spiel, getreu dem modernen Management-Motto: Je weniger Erfolg, desto mehr Chefs – und umgekehrt.

Und im Vergleich zu Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer  leuchtet selbst ihre Vorgängerin so strahlend wie Hui Bursula, das Schlossgespenst. Wenn von der Leyen nämlich nicht gewusst hätte, was eine Annexion ist, wäre sie nicht gleich ins Frontnäpfchen getreten. Sondern hätte ihre Berater gefragt.

Dabei müssen wir uns wirklich um unregierbare Krisengebiete kümmern, in denen Extremisten außer Kontrolle zu geraten drohen und viele Konfliktparteien mitmischen. Nein, gemeint ist nicht Thüringen nach der Landtagswahl – oder wie es in undiplomatischen Kreisen heißt: Ganznahost. Sondern es geht um Nordsyrien. Dorthin deutsche Soldaten zu schicken ist eine gute Idee. Denn beim gemeinsamen Lachen über die schlechte Ausrüstung der Bundeswehr (kabarettistischer Höhepunkt: Regierungsflieger!) kommen sich die Konfliktparteien in Syrien vielleicht wieder näher. Humor kann ja so verbinden.

Vermutlich hat sich Donald Trump  auch deswegen zum Retter der von ihm im Stich gelassenen Kurden ernannt. Ein Bombenscherz, wie viele vor Ort bereits sagen. Fehlt nur noch, dass sich Trump endlich die billige Maske vom Gesicht reißt und sich als twitternder Komiker outet, der mit absurden Anliegen Prominente anruft. Denn das Gespenstische ist: Manche halten ihn sonst für einen Politiker.

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