Pia Rolfs

Portfolio

Potpourri Oktober 2020

LOCH AN LOCH UND HÄLT DOCH

Der Oktober war bunt, leuchteten doch die Corona-Warnstufen zwischen orange und dunkelrot in allen Herbstfarben. Aber diese Farbenpracht kann nicht darüber  hinwegtäuschen: Bald kommt das Schwarze Loch.

Gemeint ist damit kein Führungsvakuum in der CDU, auch wenn es so wirken könnte. Denn  der CDU-Parteitag bewegt sich in Richtung Galaxie 2021. Und Kandidat Friedrich Merz sieht seinen Stern sinken, während er wegen seiner gefühlten Anziehungskraft um sich selbst kreist. Tatsächlich könnte durch die Masse der drei Bewerber um den Parteivorsitz ein starkes Gravitationsfeld entstehen, das am Ende Spahn oder Söder  in die Kanzlerumlaufbahn bringt. Um das zu erklären, bräuchte es einen Physik-Nobelpreis. Aber huch, den haben wir ja! Wir sind Nobelpreis!

Hat doch Physiker Reinhard Genzel mit anderen herausgefunden, was in der Nähe Schwarzer Löcher passiert. Der Laie ahnt da nur: Dort sieht es finster aus. Vielleicht wie bei Altkanzler Gerhard Schröder, der auf Instagram  Herbst-Gedichte deklamiert und Filzpantoffeln trägt. Keine Spur mehr von den schicken Oder-Hochwasser-Gummistiefeln! Da wird sich der russische Präsident bald überlegen müssen, ob ein solcher Vertrauter nicht seinem Macho-Image schadet. Sicherlich: Schröder würde noch die Unschuld seines Russenkumpels beteuern, wenn dieser das Nowitschok-Fläschchen zum Altglas brächte. Aber ein Putin-Freund in Puschen ist einfach zu peinlich. Was sollen die anderen Diktatoren denken?

Doch in Schwarzen Löchern verschwinden Ästhetik, Moral und Logik. Das weist darauf hin: Verwaltet werden sie in Brüssel. Schließlich steht im Schwarzen Loch die Zeit still, und in seinem Inneren existiert die Zukunft. Daher kann es sein, dass im Inneren der EU die Zeitumstellung 2021 abgeschafft wird (Zukunft!), sich dann aber doch nichts ändert (Stillstand).

Ein Kompromiss wäre, die Uhr nur eine Zeptosekunde umzustellen. Diese neue kleinste Zeiteinheit, ein Billionstel einer Milliardstel Sekunde,  ist die Zeitspanne, in der Donald Trump an Covid-19 erkrankte. Länger nicht! Dann twitterte er sich selbst zurück in die Immunität. Oder wie immer die Erzählung im Schwarzen Loch des Verstandes lautet.

Bleibt die Frage, was die Welt noch im Innersten zusammenhält, wo sich überall Schwarze Löcher auftun. Hoffnung geben da die Worte:  „Loch an Loch und hält doch.“ Manche meinen zwar, das beschriebe ein Sieb und kein Schwarzes Loch. Aber vielleicht existiert im Inneren dieses Satzes schon die Zukunft. Denn wer jeden Rassismus-Verdacht künftig vermeiden will, sagt vielleicht sicherheitshalber nur „Loch“.

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